Technische Denkmale in Sachsen

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Viadukt2Aufgrund seiner bedeutenden Wirtschaftsgeschichte ist Sachsen reich an Technischen Denkmalen. Im jüngsten Arbeitsheft des Landesamtesamtes für Denkmalpflege Sachsen widmen  sich die Autoren solchen Objekten, die für die jeweilige Gattung beispielhaft sind, durch aktuelle Forschungen und Erhaltungsmaßnahen im Fokus stehen, oder gar gefährdet sind.

 Veröffentlicht in Sächsische Immobilienzeitung 2/2018, Seite 6

Reiche Denkmallandschaft

Etwa 6.700 der 102.000 Kulturdenkmale umfassenden Objektliste nach Sächsischem Denkmalschutzgesetz tragen das Ausweisungsmerkmal „Technisches Denkmal“. Sie sind Zeugnis der reichen Wirtschaftsgeschichte Sachsens, die lange vor der industriellen Revolution einsetzt und ab 1800 von einer raschen und vehementen Industrialisierung geprägt ist. Tradiert ist die Bewegung auf lokaler Ebene von Heimatschutzvereinen, Initiativen, mancherorts auch den Kommunen selbst um Ausweisung und Bewahrung der Erinnerungsobjekte ihrer wirtschaftlichen Entwicklung: Mühlen, Bergbau, Spinnereien, Fabriken, Bahnanlagen. 

     Mit dem Interesse an dieser Gattung der Kulturdenkmale ist das Thema der Industriegeschichte Sachsens und ihrer aktuellen Fortsetzung im Wirtschaftsleben des Freistaates zunehmend in den Fokus von Politik und Öffentlichkeit geraten. Ein Koordinator für Industriekultur ist etabliert durch das Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst. Mittlerweile im neunten Jahr wird wechselnd an verschiedenen Orten ein „Tag der Industriekultur“ veranstaltet. Das Thema ist in den Koalitionsvertrag 2014 der Landesregierung aufgenommen. Einen Höhepunkt der Wahrnehmung werden die Aktivitäten mit der 4. Landesausstellung 2020 mit dem Titel „Industriekultur“ erfahren.

      Desto trotz sind gerade im Bereich der Technischen Denkmale ständige und schmerzhafte Verluste zu erleben. Die schwer handhabbare Größe von Produktionsgebäuden für eine Neunutzung ist unter den Gründen dafür. Die Deutsche Bahn begründet ihren Kahlschlag der noch vielfach anzutreffen Eisenbahnbrücken mit gusseisernen und genieteten Konstruktionselementen mit erhöhten Sicherheitsanforderungen. Erhaltensfeindlich war auch die primär verkaufsorientierte Treuhandpolitik, die bei erhaltenswerten Industrieobjekten nicht greifbare oder insolvente Eigentümer aus spekulativen Ankäufen hinterließ, was zugesagt geplante Nutzungen oder Sicherungsmaßnahmen verhindert.

      Sowohl das aktuelle Interesse für die Industriegeschichte als auch die anhaltend schwierigen Bedingungen für den Umgang mit ihrem kulturellen Erbe sind dem Landesamt für Denkmalschutz Anlass, dieser speziellen Gattung der Kulturdenkmale ein eigenes Themenheft zu widmen und sie damit einer breiteren Öffentlichkeit näher zu bringen. Deren Erforschung, Erhaltung und – wo möglich – Umnutzung ist das Thema dieser Publikation, die 30 Beiträge enthält gestreut über ganz Sachsen aus den Bereichen

  • Bergbau und Rohstoffgewinnung
  • Infrastruktur und Verkehr
  • Gewerbe und Produktion
  • Fabrikbau und Nachnutzung
  • Konstruktion und Bautechnik
  • Antrieb und Energie
Autoren aus ganz Sachsen haben Objekte gewählt, die für die jeweilige Gattung beispielhaft sind und durch aktuelle Forschungen oder Erhaltungsmaßnahmen im Fokus des Geschehens stehen.

Gefährdetes Chemnitztal-Viadukt
      Die Existenz dieses stadtbild prägenden Viadukts ist gefährdet. Die Deutsche Bahn AG plant Abriss. Die Bürgerinitiative ‚stadtbild chemnitz‘ will den drohenden Abriss verhindern. Eine Petition der für denErhalt ist in Prüfung.

Technische Denkmale in Sachsen
Arbeitsheft 27 des Landesamtes für Denkmalpflege Sachsen, Dresden 2017
Herausgeber: Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Sandstein-Verlag Dresden Seiten, 318 Abbildungen 20 €

www.industriekultur-in-sachsen.de
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