Semperoper Dresden

Trockenübung mit Pinsel und Radiergummi

Semperoper Vestibuel1      30 Jahre Staub liegen auf Simsen, Stuck, Verzierungen und er hat sich auch flächig auf den Malereien niedergeschlagen. Pinsel und Spezialradiergummi sind die Mittel der Handreinigung aller Bemalung und der Wand- und Deckengemälde - Leinölfarben auf Leinwand.  Auch die Vergoldungen - Poliment - werden so gesäubert und zum Wiedererstrahlen poliert. Wasser und Reinigungsmittel sind für diese Arbeiten ein absolutes Tabu. Auf provisorischen Podesten und verschiebbaren Gerüsten bis unter die hohen Deckengewölbe befreit das Team um Restaurator Hans-Christoph Walther Millimeter um Millimeter vom Grauschleier das elbseitige Vestibül der in die Jahre gekommenen nun "dritten" Semperoper. Abschnittsweise bei laufendem Betrieb, denn das "Spiel muss weiter gehen". Walter, der beim Wiederaufbau der Semperoper schon dabei  war, will so wenig als unbedingt nötig Nachbesserungen machen. Leimfarben ist das Malmittel wie früher schon verwendet. Bis zum Ende der diesjährigen Sommerpause soll das gesamte Nord-Vestibül von oben bis unten wieder putzsauber blinken. Das Land Sachsen gibt für diesen Abschnitt 130.000 Euro aus. Dies müsste wieder für weitere nächste 30 Jahre reichen, hofft Ludwig Coulin Niederlassungsleiter des zuständigen Säschsischen Immobilien- und Baumanagments SIB. Den gebäudlichen Zustand der Oper bezeichnete er als insgesamt sehr gut.

      Das ganze Haus einschließlich des Zuschauerraums soll sukzesive auf diese Weise bis zur Spielzeit 2015/2016 gereinigt und aufgefrischt sein. Um dann wieder im Goldglanz und den strahlenden Farben mit tiefblauen Gemäldehimmeln des dekorfreundlichen 19. Jahrhunderts zu strahlen.

      Der zweite Opernbau von Gottfried Semper (1803 - 1879), nachdem sein erster von 1841 im Jahr 1869 vollständig abgebrannt war, wurde im Zweiten Weltkrieg am 13. Febrruar 1944 zerstört. Nach Sicherungsarbeiten stand er als Ruine bis zum Beginn des Wiederaufbaus unter Leitung des Chefarchitekten Wolfgang Hänsch (1929 - 2013). Am 13. Februar 1985 wurde die nun dritte Semperoper mit Carl Maria von Webers Werk "Der Freischütz" wiedereröffnet (Bäu).