Neues vom Neumarkt Dresden

Rekonstruktion Neumarkt Dresden

Neumarkt Schloßeck SIZ Pohl1Anfang April fiel der Startschuss für die Bebauung des letzten freien Quartiers auf dem Neumarkt Dresden. An der Schloßstraße baut die Baywobau das "Schloßeck" - bestehend aus fünf Gebäuden. Als Leitbauten sollen das Caesarsche Haus und das Fürstliche Haus wiederenetstehen.

Die Gestaltungskommission Kulturhistorisches Zentrum konnte damit ihre beratende und lenkende Tätigkeit des Neumarkt Wiederaufbaus abschließen.

veröffentlicht Sächsische Immobilienzeitung 2/2019, Seite 3

Nach 20 Jahren: Neumarkt-Gestaltungskonmmission verabschiedet

Keine Kräne drehen gegenwärtig. Der Wiederaufbau des Dresdner Neumarkts auf seinem historischen Stadtgrundriss scheint vollendet. Nahezu, ist doch die Bebauung der beiden letzten Lücken, Palais Hoym/Riesch im Rücken des Polizeipräsidiums und an der Schlossstraße, auf den Weg gebracht. Damit beendet die Gestaltungskommission Kulturhistorisches Zentrum ihre Tätigkeit. „Sie waren mir und dem Stadtplanungsamt jederzeit Gesprächspartner, die mit ihrer Expertise bei den vielen zu treffenden Entscheidungen berieten und begleiteten“, würdigte Raoul Schmidt-Lamontain und dankte für die Arbeit der Kommission, die er funktionell als Baubürgermeister seit 2015 leitete.1998 von der Stadt berufen, hatte sie bis zur letzten 114 beratende Zusammenkünfte. Das gab Anlass zu resümieren.

Gestaltungskommission 0009 beabeitet2      Der ehemalige Landeskonservator Gerhard Glaser, seit Beginn in der Kommission, lobt, dass für den totalen Neubau der alte Stadtgrundriss konsequent zugrunde gelegt wurde und Traufhöhen wie auch die historischen Dachlandschaften beachtet wurden. Dass die Straßen und Platzräume nach historischem Vorbild entstanden, sei ein großer Gewinn. Glaser beharrt aber bei seinem Widerspruch, dass das die Gewandhausfläche nicht bebaut worden ist zugunsten eines offenen Bäumeparks der die Fläche des ehemaligen Tuchhauses nachbildet. Wogegen Heinrich Magirius, gleichfalls von 1998 in der Kommission und ehemals Landeskonservator damit leben kann. Dass Beurteilungen in der Kommission auch kontrovers ausfielen, zeigt die Position von Johanne Nalbach, die zeitgenössische Architektur vertritt, die in Diskurs mit der Vergangenheit treten können müsse. Sie habe für das spitze Haus Ecke Jüdenhof/Rosmaringasse als gelungensten Neubau von hoher architektonischer Qualität gerungen. Die GHND hatte gegen eine solche Architektur vehement kämpfte welche die Bürgerschaft nach der Sichtbarwerdung seiner Wirkung mit heftiger Kritik belegt. Marina Stankovic strich heraus dass hier am Neumarkt in knapp einer Generation nachgeschaffen wurde, was in schönen anderen Städten – auch vorher hier im alten Dresden – über Epochen wachsen konnte. Sie Bezog das auch auf die Gestaltung der Oberflächen/Fassaden und Durchdringung in Plastizität, Materialität, Farbigkeit und sogar Beständigkeit, deren stete Verbesserung in Fertigkeit des Bauens und Material sie beobachtet, seit Beginn auf dem ersten Quartier nach der Initialzündung durch die werdende Frauenkirche. „Dresden ist zu gratulieren“ sagte Joachim Kuke in der Runde der Kommission. Der Neumarkt ist eine der größten Wiederaufbauleistungen nach dem Zweiten Weltkrieg, vergleichbar mit Stadt Danzig  und Innenstadt Warschau. Auch die Rekonstruktion der Frankfurter Altstadt und einer Potsdamer Mitte wären ohne das Vorbild Dresden, wie das Potsdamer Schloss ohne die Frauenkirche, nicht denkbar. Ausdrücklich und letztendlich würdigte er das Vorantreiben, Beraten, Korrigieren durch die Gesellschaft Historischer Neumarkt (GHND) das auf dem außergewöhnlichen Engagement der Dresdner Bürgerschaft zur Gestaltung ihrer Stadt fußt.

      Für die Baufelder des Neumarkts, aufgeteilt in acht Quartiere, wurden vorgegeben 23 Leitbauten – Fassade wie Grundriss historisch getreu – und 25 Leitfassaden. Entstanden sind mit 62 deutlich mehr dokumentiert „historische“ Häuser. 40 „Moderne“ mischen sich dazwischen in mehr oder weniger angepasster heutiger Architektur. Etwa 90 Prozent der Bauten des Neuen Neumarkts seien gelungen, nach einhelliger Meinung der scheidenden Kommission, mit dem Rest müsse man leben und Künftigen auch die Chance für Reparaturen geben. ( 15.4.2019 Bäu)
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