Schloss Colditz
Heute Musik-Schloss und Europäische Jugendherberge

Viele Bestimmungen hatte die auf einem Felssporn oberhalb der Zwickauer Mulde gelegene imposante Schlossanlage, ein weithin sichtbares Wahrzeichen der heute etwa 5.000 Einwohner zählenden Stadt Colditz. Erste Erwähnung erfuhr sie 1046 als Burgwarde in einer Schenkungsurkunde Kaiser Heinrichs III. an seine Gemahlin Agnes von Poitou. In den folgenden reichlich 300 Jahren wechselten die Eigentümer häufig, bis das Schloss 1404 in den Besitz der Wettiner überging. Im 16. Jahrhundert wurde es wiederholt ausgebaut und prächtig zum Jagdschloss im Renaissancestil hergerichtet. Bis 1753 blieb das Schloss Witwenresidenz sächsischer Kurfürstinnen, entsprach danach nicht mehr dem Zeitgeist und wurde aufgegeben. Alles Inventar wurde in Vorbereitung einer neuen Nutzung 1787 verkauft. Im 19. bis 20. Jahrhundert diente es erst als Straf- und Versorgungsanstalt, später als Irrenhaus, Verwahranstalt für unheilbar Geisteskranke, als Heil- und Pflegeanstalt und zuletzt als Krankenhaus. Für kurze Zeit war es in früher Nazizeit ‚Schutzhaftlager‘, Vorläufer der Konzentrationslager, bis es zur geschilderten traurigen Berühmtheit als Gefangenenlager kam.
Die imposante Schlossanlage erhebt sich aus steil aufragenden Gebäuden verschiedener Bauepochen, dazu einem Schlossturm, die zwei Höfe umschließen.

Herberge und Musik
Nach Übergang des Schlosskomplexes im Jahr 1991 in das Eigentum des Freistaates Sachsen, ab 1996 unter Obhut der Schlösser- und Gärtenverwaltung, 2003 des Schlossbetriebes, wurden für die Großgebäude erfreulich friedliche Nutzungen gefunden. Für die Errichtung der Europa-Jugendherberge bot der Nordostflügel im vorderen Schlosshof die besten Voraussetzungen. Dieser wurde im Jahr 1864 an Stelle älterer Stall- und Wirtschaftsgebäude als Krankenhaus im Stil der Neorenaissance errichtet. Das Gebäude steht heute unter Denkmalschutz, dem beim Ausbau weitgehend Rechnung getragen werden konnte. Wegen der früheren Nutzung als Krankenhaus war die Gebäudestruktur auch günstig zur Umnutzung in eine Herberge. Auf vier Vollgeschossen entstanden in Zwei- bis Sechsbettzimmern mit eigenen Sanitärzellen 161 Übernachtungsplätze. Speisung wird den Gästen – deren Alter heute nicht mehr begrenzt ist – in einem Restaurant bester Küche geboten. Mit Fertigstellung der Einbauten 2007 nahm der Pächter, das Deutsche Jugendherbergswerk die Nutzung als Europa-Jugendherberge auf. Mit noblem Schlossambiente hat sie inzwischen den Ruf zu den 10 spektakulärsten in der Welt zu zählen. Dazu mit Beherbergungspreisen unter westdeutschem Niveau ist sie für heuer bereits so gut wie ausgebucht.

Der Freistaat wandte für diesen Ausbau 3,4 Millionen Euro auf, 5,6 Millionen für die Jugendherberge. Diese Investitionen einschließend, sind seit 1991 insgesamt 27 Millionen in Sicherung, Sanierung und Nutzungsausbau des Schlosskomplexes geflossen. Christian Striefler, Direktor der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen, verspricht sich von der Akademie und der Herberge, die sich synergetisch optimal ergänzen, positiv ausgehende Impulse für das Schloss selbst sowie für die ganze Region im Muldental. Im Inneren des historischen Schlosses bedürf

Museum und Führungen: Gesellschaft Schloss Colditz e.V.