Sixtinische Madonna muß umziehen

Gemäldegalerie ›Alte Meister Dresden‹ wird generalsaniert

Sempergalerie3An manchen Tagen rinnt schon Schwitzwasser an den Klimanlagen, tröpfelte es in den Oberlichtsälen. In der Galerie Alte Meister der sächsischen Kunstsammlungen Dresden, die inzwischen von 600 Tausend Besuchern im Jahr durchströmt, an den Tagen der russischen Weihnacht von Besuchern aus der ehemaligen Sowjetunion sogar gestürmt wird. Nach letzter Überholung um die 1990iger Jahre ist eine Sanierung und Ausstattung nach heutigem Museumsstandards überfällig. Die Kosten dafür wurden unterschätzt.

Veröffentlicht in Sächsische Immobilienzeitung 1/2014, Seite 3

Erste Bauetappe Ostflügel der Sempergalerie

      Ihre letzte umfassende Sanierung erfuhr die Gemäldegalerie der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SAKD) in den Jahren 1989 bis 1991. Hoher Verschleiß durch den immensen Besucherverkehr, undichte Oberlichte, Schäden an der Bausubstanz und überholte Klimatisierungsanlagen machen nach über 20 Jahren die nächste Generalsanierung höchst notwendig. Die Arbeiten am Domizil der ‚Alten Meister‘ erfolgen in zwei Abschnitten: Bis März 2015 wird der Ostflügel, von Mitte 2015 bis März 2017 dann der Westflügel saniert. Das für seine Meisterwerke weltberühmte Museum bleibt während der gesamten Bauphase geöffnet, wobei die Ausstellungen mehrfach umgestellt werden müssen. Auch dem Besuchermagnet ‚Sixtinische Madonna‘ bleiben Herumziehen nicht erspart.

     Das von Gottfried Semper 1847-1854 im Stil der Neorenaissance errichte Galeriegebäude schließt den Zwinger nach Osten ab. Seine Komplettsanierung soll bis 2017 abgeschlossen sein. das verantwortliche Sächsische Immobilien und Baumanagement (SIB) rechnet mit erheblichen Gesamtbaukosten in Höhe von 47 Millionen Euro. Davon müssen für die erste Bauphase 2013 bis 2015 am Ostflügel Mittel in Höhe von 22,3 Millionen Euro und anschließen in zweiter Bauphase für den Westflügel 24,4 Millionen Euro bereitgestellt werden.

Verbesserte Barrierefreiheit
      Eingriffe in die seitherige Grundstruktur erfolgen mit einem Verbindungsgang von der Garderobe und Hauptkasse in die Osthalle, einem Treppenhaus dort und einem Aufzug, wie mit Verbesserungen für die Barrierefreiheit. Brandschutz, Sicherheitstechnik und die gesamte Haustechnik werden erneuert. Maßgeblich dabei eine innovative Klimatechnik, die sich den Belastungen durch die Besucher anpasst und zu einem optimalen Klima sowohl für die Kunstwerke als auch das historische Bauwerk führt.

Wechselnde Lichtvariationen
      Neue Wege geht die Planung beim Lichtkonzept. Für die Bildersäle wurde ein Tageslichtkonzept entwickelt, das Kunstlicht nur zur unterstützenden Beleuchtung verwendet. „Wir machen einen großen Schritt zurück zum Ursprungsbau Gottfried Sempers und sind gleichzeitig Vorreiter einer neuen Tendenz im Museumsbau. Für die Besucher werden die Gemälde mit wechselnden Tages- und Jahreszeiten in immer neuen Lichtvarianten erlebbar“, so Finanzminister Georg Unland, der sich nicht nehmen ließ selbst über die eben erst eingerichtete Baustelle zu führen.