Großharthau - Bauboom am Schlosspark

Wohnort und Messeplatz

Großharthau1"Schöner Wohnen am Schlosspark" holt Städter aufs Land. Die Gemeinde Großharthau, auf halben Weg zwischen Dresden und Bautzen gelegen, hat mit konsequenter Siedlungsstrategie - Wohneigentum in Rittergut, Baulandausweisung, Infrastrukturentwicklung, ökologisches Energieangebot - die allgegenwärtige Landflucht für sich in Zuzug und Wachstum verkehrt: insbeondere junge Familien ziehen zu. 

Zur überregional ausstrahlenden »LEBENSART - Messe für Garten, Wohnen, und Lifestyle« über dem ganzen Schlosspark pilgern zweimal jährlich bis zu Dreißigtausend Besucher in den Ort.

veröffentlicht Sächsische Immobilienzeitung 2/2017, Seite 8, Sachsens Kleinode  

Napoleons Quartier

     Harthau rühmt und schmückt sich mit dem berühmtesten Gast in seinem Schloss, Kaiser Napoleon, der auf seinen Feldzügen gen Ost und West im Mai und nochmals im September 1813 drei Nächte dort logierte und Quartier für seine Truppen nahm. Als „Schmuck“ hinterließen die Franzosen beim Rückzug üble Verwüstung des Ortes und Missbrauch der Kirche als Lazarett und Schlachthaus. Und dieses als der Ort sich eben wieder errafft hatte mit neuer Kirche, von einem verheerenden Großfeuer nach Blitzeinschlag gerade mal zwanzig Jahre zuvor, welches seine historische Kirche, die Ortsschänke, Ritterhof und einen Großteil der Häuser niedergebrannt hatte.

Rittergut seit 1350
      Am südlichen Rand der„Massenei“, des großen Waldes zwischen Dresden und Bischofswerda, zog seit Urzeiten ein Handelsweg - im Lauf der späteren VIA REGIA. Noch ehe von deutschen Siedlern im 12. oder 13. Jahrhundert ein Waldhufendorf erbaut wurde, stand dort schon ein Wasserschloss „mit großer Wahrscheinlichkeit“ wie Steffen Noah sagt, dessen Hobby die Ortsgeschichte, im Beruf die Leitung des Bauhofs der Gemeinde ist. Erstmals urkundlich erwähnt wird Harthau - altsorbisch „Hart“=Schloss - 1241 in der Oberlausitzer Grenzurkunde die König Wenzel von Böhmen auf dem Königstein unterzeichnete. Von 1350 an gibt es Zeugnis über einen Ritterhof dessen Besitz Henlein von der Aue urkundlich bestätigt wird. In der langen Reihe folgender Adelsbesitzer des Gutes der Letzte, Prinz Friedrich Günther zu Schwarzburg, floh in den Westen zu Kriegsende 1945 vor dem Einmarsch der Roten Armee am 8. Mai .

Verfall von Gut und Ort
      Ein Brand unerklärter Ursache im Januar 1946 zerstörte den Dachstuhl des zentralen Schlossgebäudes und Teile seiner obersten Etage. Mit der Folge dass, gehorchend dem berüchtigten Befehl der SMAD (Sovietische Militäradministration) „unbewohnbar-leere Herrenhäuser abzureißen“, der schlichte Neorenaissancebau 1948 geschleift wurde. Geborgenes fand willige Verwender, der Schutt verfüllte den Schlossgraben rundherum. Verschont blieben das betürmte Torhaus des Rittergutes mit Zufahrt über die ehemalige Grabenbrücke und zwei Seitenflügeln in U-förmiger Anlage sowie weitere Wirtschaftsgebäude. Nachkriegstypisch verschieden – die Eigentümer waren verjagt - und DDR-üblich bis zum Verschleiß genutzt, war die Anlage zur Wende fortgeschritten verfallen und weitgehend leer.

Bevölkerungsentwicklung im Plus
      Wie Landauf Landab folgte mit der Wende auch in Großharthau 1991 der Wechsel von Volkseigentum in private Hand, mehrmals wechselnde und abenteuerlich. Der Unternehmer Jochen Walther (Walther-Bau Dresden) erkannte das Potential, das Gut für Wohnzwecke umzubauen. Er sanierte denkmalgerecht den Westflügel an der Wesenitz mit seinem Kopfbau wie auch den Torbau und richtete Eigentumswohnungen ein. Insgesamt werden es über 50 Wohnungen sein wenn 2018 auch der Ostflügel fertiggestellt ist. Zum herrschaftlichen Wohnsitz gehört der weitläufige barocke Park mit Teichen und Wasserspiel. Dort "auf dem Land" wohnen ist für junge Familien attraktiv - und kostenniedriger. Zumal der Ort - nur je 25 Km vom Ballungsraum Dresden und der großen Kreisstadt Bautzen entfernt - über die Bundesstraße 6 und Bahnstation  der Strecke Dresden-Görlitz für Pendler bestens erreichbar ist. Alltagsnotwendige Versorgung bietet der Ort mit Einkaufsmöglichkeiten, Handwerksbetrieben, Sporteinrichtungen, mehren Arztpraxen, Schulen und einem Kinderheim. Die zwei Kindergärten werden um eine dritte Stufe erweitert, denn die Bevölkerung Großharthaus mit ihren Eingemeindungen 1993 Bühlau, Seeligstadt, Schmiedefeld wächst wieder. Allein von 2015 bis 2016 um über 70 auf 2790 Einwohner.

      Der Ort hatte schwer gelitten an hohem Einwohnerverlust, damit einhergehend die gemeindliche Finanzkraft wegen drastisch verringertem Finanzausgleich: Die Raketenstellung im nahen Sperrgebiet der Massenei war abgerüstet worden, Industrie, eine Schuh- und eine Berufsbekleidungsfabrik, brachen weg, viele jüngere Leute wanderten ab aus der östlichen Region. Die Auflösung des Siedlerheims für Kosowo-Flüchtlinge und später der Flüchtlingswelle minderte die Ortspopulation noch weiter. „Gerne hätten wir von diesen viele als Neusiedler behalten“ sagt Bürgermeister Jens Krauße, der höchst engagiert bei der Entwicklung des Ortes auf Wohnwachstum setzt. Beginnend mit sechs Parzellen hat die Gemeinde initialzündend inzwischen mehrere Baugebiete entwickelt und bebaut. Das hat die Einwohnerschaft hat das um über 34 Familien mit Nachwuchs ! vermehrt. Ein Projektentwickler investiert nun auf weiteren Flächen über 50 Wohnungen mehr. Das schiebt die Gewerbekraft, Handel und Gastronomie des Ortes an.

Besucher-Magnete
      Auffallend steht an der B 6 der KYFFHHÄUSER, ein Hotelgasthof der auf 500 Jahre Geschichte zurückblickt. Mit gehobener Küche und Ballsaal-Veranstaltungen – 23 allein im zweiten Halbjahr 2017 – zieht er überregionales Publikum an; knapp 50 Tausend sind es in den Vorjahren gewesen.

     Die große Reithallle herschaftlichen Zuschnitts aus früherer Prinzenzeit ist heute Heimstätte des Reitclubs, der viele Mitglieder auch von außerhalb hat. 

      Bedeutungsvoll für Gemeinde und Region ist die »LEBENSART – Messe für Garten, Wohnen und Lifestyle«.  Seit zehn Jahren spült sie im buchstäblichen Sinn den Schwall von je etwa 30 Tausend Besuchern an einem Wochenende im Frühsommer und seit drei Jahren auch im Herbst in den Ort. Sie belegt um die malerischen Teiche den ganzen Schlosspark, einige Nebengebäude des Guts und die Reithalle. Das Parkieren um den Ort managt die Feuerwehr des Orts; für deren Jugend ein willkommenes Großereignis. 

Umweltfreundliche Infrastruktur
      Schließlich zeichnet sich Großharthau damit aus, dass es sich europäisch EFRE- und vom Land Sachsen gefördert der Energie-Effizienz verschrieben hat, was 2010 der Gemeinde als Erste im ganzen Landkreis die Auszeichnung „EUROPEAN ENERGY AWARD“ eingebrachte. Mit sauberen Strom aus Fotovoltaik auf verpachteten Dächern und Wasserkraft, mit E-Tankstelle und -Dienstwagen der Gemeinde, zwei Blockheizkraftwerken im Ort für Strom und Wärme. Und mit „Dimmlicht“ der Straßenbeleuchtung, was alleine schon der Gemeinde 19 Tausend Euro Stromkosten im Jahr erspart - alle Achtung. (Bäu 26.4.2017)

Großharthau ist mit dem benachbarten Gemeinde Frankental in einer Verwaltungsgemeinschaft verbunden. Die beiden selbständigen Gemeinden -nicht zuletzt in enger Zusammenarbeit mit den anderen Kommunen der LEADER-Region 'Westlausitz' - achten besonders auf Energieeffizienz und Zukunftsfähigkeit ihrer Investitionen .

www.grossharthau.de
w
ww.kyffhaeuser-hotel.de

www.lebensart-messe.de/Großharthau


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