Anliegen

Braucht Dresden noch mehr Einkaufszentren?

Was ‚handeln’ wir uns ein? Einkaufszentren oder lebendige Geschäftsstraßen - Innenstadt oder Außen?

wiener platz hlg webJahrelang war die Dresdner Innenstadt mit Handelsflächen unterversorgt. Gegenwärtig zeichnet sich eine entgegen gesetzte Tendenz ab. Beschert der Bauboom mit Neubauten und Erweiterungen auf der Meile von Hauptbahnhof bis zum Altmarkt jetzt ein Überangebot in Shoppingcenter-Monotonie? Oder wird damit zunächst erst einmal die Balance zwischen Innenstadthandel und den Einkaufzentren am Stadtrand hergestellt? Letztere blasen zum Elefantenrennen und pochen auf Wettbewerb, um ihre Verkaufsflächen erweitern zu dürfen.


Veranstaltung des Entwicklungsforum
Dresden, am 19. Mai 2009, 19 Uhr

Wäre nicht das Vorhaben der Münsteraner HLG am Wiener Platz ein Einkaufcenter mit weiteren 28.000 Quadtatmetern Verkaufsfläche geplatzt - zunächst -, hätte sich Dresden bald rühmen können auf einer Meile drei Einkaufscenter-Tempel zu haben; einzigartig in ganz Deutschland wenn nicht in Europa!


"Kaufhäuser fressen Stadt" (Richter, Werkbund 1930)

Ein kleines Beispiel: In zahlreichen Städten werden jetzt durch überdachte Einkaufsmärkte mit Verkaufsgalerien und Einzelgeschäften im Innern neue "bürgernahe Stadtzentren" geschaffen, die die alten historischen ablösen sollen. Ein neues wahnsinniges Beispiel stellt z. B. so eine Arena in Passau dar, die außerdem hässlich ist. In Dresden besitzen wir die allgemein von der Bevölkerung angenommene "Altmarktgalerie". Die wäre noch zu verkraften, aber es ist geplant u. z. T. bereits im Bau auf einer kleinen Strecke, zu der auch diese Altmarktgalerie gehört, zwei weitere ähnliche Verkaufszentren zu schaffen (am Hauptbahnhof und an der sich anschließenden Prager Straße). Man hat errechnet, dass sich solche großen Einkaufszentren dann rentieren, wenn man pro Einwohner etwa 1qm Verkaufsfläche rechnet, also 1:1. In reichen Städten, wie München, Düsseldorf, Nürnberg darf sich dieser Quotient auch schon mal erhöhen, etwa auf 1,1 -1,3 qm /Einwohner. In Dresden wird sich dieser Quotient, obwohl Dresden nicht zu den reichen Städten gehört, gleich einmal auf "2" erhöhen ...
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Auszug aus Gepostet: 26.02.2009 11:56 Sophus Denker, Dresden Fernsehen