Wiener Platz Dresden mit Bahnhofswäldchen

Nachdem, schon in 2007, der Plan für einen Neubau der Staatsoperette Dresden kombiniert mit einem Geschäftshaus an unrealistischen Vorgaben der Stadt für den Investor gescheitert ist, nun das ‚Aus’ für ein anschließendes Projekt. Die HLG Projektmanagement & Co. KG aus Münster hatte über den Erwerb des Baufeldes MK 5, wie das „Loch“ amtlich heißt, verhandelt um ein weiteres Einkaufzentrum der Prager Straße dort zu errichten. Die Dresdner von Hatzfeld & Partner Architekten hatten bereits Pläne mit dem Entwurf einer gewaltigen Eingangsfassade für das Objekt gemacht. Doch der Finanzierungspartner von HLG, die IKB Deutsche Industriebank, die selbst als eine der ersten deutschen Banken in die Krise geriet, sprang ab. Das Projekt damit geplatzt „bis auf Weiteres“ wie HLG mitteilte (DNN vom 3.4.2009). Weitere 28.000 Quadratmeter Geschäftsflächen auf der ohnehin schon überbesetzten Einkaufsmeile vom Bahnhof bis Altstadtring bleiben der Stadt erspart - zunächst, wenn die Stadt nicht weiter Bauwillige sucht, die zu finden angesichts der Wirtschafts- und Finanzkrise nicht erfolgversprechend ist.
 

Bahnhofswäldchen

Wiener Platz Dresden mit BahnhofswäldchenMisslingt es, einen nächsten Investor anzulocken, erhält mehr Stadtgrün seine Chance. Eine Wiese etwa, ein Wäldchen, ein kleiner Park, auf der eingeebneten Fläche des MK 5. Denn zugeschüttet werden muss das „Wiener Loch“: denn tief gelegen, liefe die umspundete Baugrube voll, wenn nicht der Grundwasserzulauf in Menge eines mittleren Bachs ständig abgepumpt würde. Das kostet die Stadt rund 400 000 Euro im Jahr und ist zudem nur bis Ende 2008 zugelassen. Dringender Handlungsbedarf steht an.
 

Über spätere Nutzungen, können dann nächste Generationen entscheiden. Die prosperierende Stadt München beispielweise, leistet sich eine solche Vorratsfläche an prominenter Stelle, unmittelbar hinter ihrem Rathaus - schon über 60 Jahre lang.
 

Von großem Charme als Alternative zur Kommerzbebauung ist ein ‚Prager Park’, der am Eingangstor zur Stadt eine Landschaftsfläche mit hoher Aufenthaltqualität der betonierten Geschäftswelt entgegenstellt. Seit 2005 bereits gibt es eine Studie dafür, damals in Auftrag gegeben von den umliegenden Bauinvestoren, die sich mit der Unwirtlichkeit der Brache „Loch“, die ihre Objekte beeinträchtigt, nicht abgeben wollen. Die Dresdner Rehwaldt Landschaftsarchitekten entwickelten den Plan für eine kleine Landschaftsoase mit Wiener Platz Dresden mit BahnhofswäldchenWasserlauf und Wäldchen, Cafe-Terrassen, Gastronomie im Sommer und einer Skaterbahn etwa, im Winter vielleicht ein Eislaufplatz. Die Rockefeller-Plaza in New York, kann Vorbild sein.
 

Die Baugrube muss dafür nicht ganz bis oben zugeschüttet werden, etwa nur halb, landschaftlich strukturiert mit Anstieg ins obere Planum. Die für eine bloße Verfüllung geschätzten Kosten von zwei Millionen Euro von wären für eine landschaftliche Gestaltung sinnvoll eingesetzt.