Staatsschauspiel Dresden neu

In Gold getaucht

Schauspiel03Mit der Premiere des „Othello“ im Oktober feierte das Dresdner Staatsschauspiel auch Einstand in sein runderneuerte Haus. Der Zuschauersaal strahlt in frischem Glanz und auch hinter dem Vorhang blieb kaum etwas unverändert. Von den in der Sommerschließzeit  investierten elf Millionen Euro profitieren das Publikum wie die Bühnentechnik.

veröffentlicht Sächsische Immobilienzeitung  5/2016, Seite 3

Zuschauerbereich


Am unmittelbarsten verspürt es der Theaterbesucher beim Setzen, kein Quietschen mehr und bequem gepolstert, auch ein bisschen höher; hier ist es neu. Und in der Pause geht’s nun auch mit dem Aufzug ins Restaurant wie es auch mehr und aufgefrischte Örtchen gibt fürs Dringende. Das Schauspielhaus an der Dresdner Ostra-Allee ist in der vergangenen Spielpause umfassend saniert und modernisiert worden. Eine Außensanierung fand schon 2007 statt und die letzte Grundsanierung mit Rückführung der Zuschauerbereiche weitgehend auf den Stand der Erbauung gab es mit langer Schließzeit von 1993 bis 1995.

      Hellfarbiger die Wände, die Decken aufgefrischt und feiner ausgemalt nach der Urfassung von 1912, strahlt der komplett erneuerte Zuschauersaal goldfarbiger jetzt im Glanz alter Zeit. Zu den 794 Sitzen ergänzt Ludwig Coulin, Niederlassungsleiter Sächsisches Immobilien und Baumanagement SIB, welches die Arbeiten verantwortete, dass ihre Aufarbeitung mit neuer Polsterung auch zum Ziel hatte, sie „akustisch neutral“ zu machen, was heißt ob besetzt oder leer für einen sprechtheateroptimalen Nachhall von 0,6-0,8 Sekunden im Saal. Ein ebenfalls neuer Vorhang, eigens neugewirkt in altem Design, trennt von der Bühne.

Bühne und Haus

Für dahinter, im 28 Meter hohen Bühnenhaus hatte Technikleiter Roland Oertel besonderen Erneuerungsbedarf. Wichtige Theatertechnik war, die Spielfähigkeit des Hauses gefährdend, verschlissen und veraltet im Stand der Technik von 1988, als eine Erneuerung der Bühnenmaschinerienotwendig geweorden war. Jetzt wurde ein zusätzlich zweiter Schnürboden unter der Obermaschinerie eingezogen, Zugsysteme erneuert, auf elektronische Steuerungstechnik umgestellt mit 56 neuen Elektroverteilern dafür. Dazu noch die Erneuerung der Haustechnik – alte Leitungen raus, neue rein - im gesamten Gebäude und viel Investition in neuesten Brandschutz die das Haus sicher und zulassungsfähig für eine Zukunft von mindestens 15 Jahren machen, wovon Roland Oertel ausgeht.

      Bei einem eingehaltenen Kostenrahmen von 11 Millionen Euro und mit einem sehr taffen Zeitplan von 18 Wochen für die Ausführung der Arbeiten, erforderte das präzise Koordination wie genaueste Termineinhaltung der Zulieferer und Handwerker. Zeitweise waren 15 Gewerke mit in Spitze 200 Werkenden gleichzeitig auf dem Bau. Alles wurde geschafft mit taggenauer Übergabe an den Bauherren lobt Ludwig Coulin sein Team und die Zusammenarbeit mit den Theaterleuten, denn das Gebäude war ja nicht leergeräumt – und, sagt er „so geht das nur in Sachsen und mit sächsischen Unternehmen“. (24.11.2016 Bäu)